Salzburger Kinderkrebshilfe

30 Jahre Salzburger Kinderkrebshilfe

Eine Salzburger Erfolgsgeschichte feiert ihren „30er“!

Rund 25 Kinder und Jugendliche erkranken jährlich in Salzburg an Krebs. Die Diagnose stellt das „normale“ Leben auf den Kopf – für das Kind, seine Geschwister und die Eltern. Oft ist die Erkrankung des eigenen Kindes mit Jobverlust und Armutsgefährdung verbunden. Die Salzburger Kinderkrebshilfe ist die größte und wichtigste Soforthilfe-Organisation, wenn ein Kind an Krebs erkrankt ist.

Rasch und unbürokratisch wird den betroffenen Familien Geld und wenn nötig auch eine Unterkunft in der Stadt zur Verfügung gestellt. Wenn das kranke Kind endlich wieder zuhause ist, wird es von dem mobilen Regenbogenteam der Salzburger Kinderkrebshilfe umfassend betreut. Eine Familienerholung auf der Sonneninsel mit umfangreichem Nachsorgeprogramm begleitet die Familien behutsam zurück in den Alltag.

Der Verein Salzburger Kinderkrebshilfe, der sich ausschließlich durch Spenden finanziert und keine öffentlichen Mittel in Anspruch nimmt, wurde vor nunmehr 30 Jahren gegründet. Das Jubiläumsjahr 2017 will die Salzburger Kinderkrebshilfe nützen, um noch stärker als bisher auf die Leistungen des gemeinnützigen Vereins hinzuweisen – von der Soforthilfe für betroffene Eltern, über die Unterstützung während des Spitalsaufenthaltes, Finanzierungen bis hin zur Nachsorge in Form mobiler Betreuung mit Fachpersonal und Finanzierung einer Familienerholung auf der Sonneninsel in Seekirchen reicht die große Palette!

Einer Gruppe betroffener und engagierter Eltern rund um Dr. Wolfgang Berger, Gründungsobmann der Salzburger Kinderkrebshilfe, und Heide Janik, seit 1994 Obfrau der Salzburger Kinderkrebshilfe, ist es zu verdanken, dass die Salzburger Kinderkrebshilfe 1987 gegründet wurde. Der Zahnarzt Dr. Erwin Senoner, Gründungs- und Ehrenpräsident der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe, hat in Salzburg die Starthilfe für die Vereinsgründung der Salzburger Kinderkrebshilfe geleistet.

Mehr als 800 Familien konnten in den vergangenen 30 Jahren mit finanziellen Mitteln, Therapieangeboten und Projekten unterstützt werden. Der Verein wird seit der Gründung von ehrenamtlichen Vorständen geführt, die unermüdlich Tag für Tag in Stadt und Land für die betroffenen Familien unterwegs sind, insbesondere Obfrau Heide Janik trägt zum Gelingen der Vereinstätigkeit wesentlich bei.

Für ihr Lebenswerk wurde Heide Janik deshalb heute, Dienstag, von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer mit dem „Großen Verdienstzeichen des Landes Salzburg“ geehrt. Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Dr. Erwin Senoner auch Seekirchens Bürgermeisterin Mag. Monika Schwaiger und Primar Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus Salzburg und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, sowie viele Freunde, Wegbegleiter und Unterstützer der Salzburger Kinderkrebshilfe.

Die Vereinsgründung – ein Blick zurück mit Stolz

1987 setzte sich in Salzburg eine Gruppe von Eltern, deren Kindern an Krebs erkrankt sind, das ehrgeizige Ziel, die räumliche Situation in der Salzburger Kinderklinik zu verbessern und gründete einen eigenen Verein – die Salzburger Kinderkrebshilfe. Damals gab es noch keine eigene kinderonkologische Station in den SALK.
Familie Anita und Dr. Wolfgang Berger sammelten mit Hilfe von weiteren betroffenen Familien mit Empfehlung von Dr. Erwin Senoner aus Zell am See in einer beispiellosen Kampagne - unterstützt von den Salzburger Nachrichten, insbesondere von SN-Mitherausgeberin Dkfm. Trude Kaindl-Hönig, und dem ORF Salzburg und der unglaublichen Spendenbereitschaft der Bevölkerung – innerhalb von nur vier Jahren die für den Neubau der Station notwendigen Mittel. Die Kinderonkologie „Station Sonnenschein“ wurde nach den Plänen des Architekten Gert Cziharz verwirklicht.

Mit deren Eröffnung im Jahr 1994 besserte sich die Situation für betroffene Familien in Salzburg schlagartig. Viele weitere Projekte der Salzburger Kinderkrebshilfe folgten auf diesen ersten Meilenstein.

Die Meilensteine – seit 1987 ist so viel passiert

Nicht zuletzt dank der Unterstützung vieler Privatpersonen, Unternehmen und den Salzburger Medien hat die Salzburger Kinderkrebshilfe in vielen Bereichen Pionierarbeit geleistet. Hervorzuheben sind neben der Station Sonnenschein die Einrichtung der mobilen Hauskrankenpflege mit dem Regenbogenteam, die Unterstützung der Forschung mit eigenem Labor in den SALK und der Bau der Sonneninsel in Seekirchen am Wallersee. Die Sonneninsel wird von einer 100%-Tochtergesellschaft der Salzburger Kinderkrebshilfe eigenverantwortlich geführt.

1994: Die Station Sonnenschein wird eröffnet - Von 1994 bis heute wurden auf der Station Sonnenschein über 800 Kinder mit einer Krebserkrankung – vom Kleinkind- bis zum Jugendalter – behandelt. Auf der Station Sonnenschein wurden Ärzte und Pflegepersonal sowie deren Ausbildung finanziert. Jetzt gibt es neben bester medizinischer Versorgung ein breites Angebot an Mal-, Kunst- und Kreativtherapien, Musiktherapien und Bewegungspädagogik. Die Salzburger Kinderkrebshilfe unterstützt die Betroffenen während ihrer Zeit auf der Station Sonnenschein und darüber hinaus bei Alltagsfragen und -Problemen. Dazu gehören auch zahlreiche individuelle Angebote wie zum Beispiel Lernhilfen und Ausbildungs- und Berufsberatung.

2001: Das mobile Regenbogenteam entsteht - Seit 2001 ist das mobile Regenbogenteam, bestehend aus einer Kinderärztin, zwei Diplomkinderkrankenschwestern und einer Traumaspezialistin, im ganzen Bundesland Salzburg und darüber hinaus im Einsatz. Das Team betreut jährlich rund 80 Familien zu Hause. Die Bandbreite reicht von der fortlaufenden medizinischen Versorgung über die pflegerische Betreuung bis hin zur psychologischen Begleitung der gesamten Familie. Eine zentrale Rolle spielt auch die Begleitung der Familien, deren Kinder die Erkrankung leider nicht überleben werden.

2013: Die Sonneninsel wird eröffnet - Das bisher größte Projekt der Salzburger Kinderkrebshilfe in Kooperation mit weiteren Kinderkrebshilfe-Organisationen ist die Sonneninsel in Seekirchen am Wallersee, Österreichs erstes psychosoziales Nachsorgezentrum für an Krebs erkrankte und schwer erkrankte Kinder und Jugendliche. Der barrierefreie Holzbau mit 54 Betten ist die dringend benötigte, fixe Anlaufstelle für die psychosoziale Nachsorge für ganz Österreich. Denn nach der erfolgreichen medizinischen Behandlung müssen viele betroffene Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen leben – sei es körperlich, psychisch oder auch sozial. Auf der Sonneninsel in Seekirchen können sich die Kinder zusammen mit ihrer Familie erholen, über das Erlebte austauschen und lernen, das Leben wieder in die Hand zu nehmen. Dabei unterstützen geschulte Therapeuten und individuelle, erlebnispädagogische Programme. Derzeit konzentriert sich das Angebot der Sonneninsel auf drei Projekte: die psychosozialen Nachsorgecamps der Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe, die für betroffene Familien kostenlosen Familienerholungswochen und Trauerseminare für Eltern. Die Kosten für die Familienerholung und Trauerseminare der in Salzburg betreuten Familien werden durch die Salzburger Kinderkrebshilfe getragen. Größter Partner bei der Errichtung der Sonneninsel waren der Lionsclub Seekirchen/Wallersee in Kooperation mit Lions Österreich.

Über Heide Janik, Obfrau der Salzburger Kinderkrebshilfe

Heide Janik wurde 1944 in Glogau, in Schlesien, geboren. Sie wuchs in Niederösterreich auf und zog mit 19 Jahren der Liebe wegen nach Salzburg. Dort lernte sie ihren heutigen Ehemann, Walter Janik, kennen, den sie 1973 heiratete. Danach übersiedelte die junge Familie mit den beiden bereits geborenen Kindern nach Brüssel. 1979 erkrankte die Tochter an Krebs. Während der Erhaltungstherapie übersiedelte die Familie berufsbedingt wieder zurück nach Salzburg. Die Tochter konnte nach sechs Jahren geheilt werden. Seitdem setzt sich Heide Janik als Gründungsmitglied der Salzburger Kinderkrebshilfe für krebskranke Kinder ein, 1994 übernahm sie den Verein als Obfrau. Heide Janik hat ein großes Herz für Kinder und kümmerte sich neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Salzburger Kinderkrebshilfe zusätzlich um Kinder aus sozialen Härtefällen und nahm mehrere Pflegekinder in ihre eigene Familie auf.

Termin-Tipp: 30-Jahr-Jubiläumsfest der Salzburger Kinderkrebshilfe am Samstag, dem 27. Mai 2017, im Erlebnispark Straßwalchen. Von 18:30 Uhr bis 23:00 Uhr gibt es ein buntes Programm inklusive großem Feuerwerk. Erwartet werden hunderte Familien, Freunde, Unterstützer und Wegbegleiter der Salzburger Kinderkrebshilfe.

Im Bild (v.l.n.r.): Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Bgm. Mag. Monika Schwaiger, Seekirchen, Heide Janik, Obfrau der Salzburger Kinderkrebshilfe, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und OMR Dr. Erwin Senoner
Bildnachweis: LMZ/Bauer

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