Salzburger Kinderkrebshilfe

Internationaler Kinderkrebstag

Presseaussendung der Salzburger Kinderkrebshilfe

Krebskranken Kindern beim Leben helfen

Die Salzburger Kinderkrebshilfe erinnert an den „Internationalen Kinderkrebstag“ am 15. Februar 2014

Der kommende Samstag steht weltweit im Zeichen des Kampfes gegen den Krebs bei Kindern. In Österreich werden jährlich rund 250 Kinder und deren Angehörige mit der schrecklichen Diagnose konfrontiert. Alleine in Salzburg erkranken pro Jahr rund 25 Kinder an der lebensbedrohlichen und oft mit Spätfolgen verbundenen Krankheit. Die Diagnose ist nicht nur für die Kinder, sondern auch für das engste Umfeld – die Eltern, die Angehörigen – ein Schicksalsschlag, der das Leben verändert. Aufgefangen und unterstützt werden die Betroffenen seit 27 Jahren von Heide Janik, Obfrau des gemeinnützigen Vereins Salzburger Kinderkrebshilfe, und ihrem Team. „Wir unterstützen betroffene Familien im Land Salzburg, den angrenzenden Regionen Oberösterreichs sowie Oberbayerns mit Therapieangeboten und in der psychosozialen Nachsorge, die dank Überlebensraten von mehr als 80 Prozent immer wichtiger wird“, so Heide Janik.
 
Seit der Gründung im Jahr 1987 hat die Salzburger Kinderkrebshilfe mit Hilfe von Spendengeldern und zahlreichen Unterstützern viele wichtige Projekte für krebskranke Kinder und deren Familien umgesetzt:

Die Station Sonnenschein

Seit 1994 gibt es auf Initiative der Salzburger Kinderkrebshilfe die Station Sonnenschein im Salzburger Landeskrankenhaus. Dort werden die Kinder mit einer Mal-, Kunst- und Kreativtherapie sowie Musiktherapie und Bewegungspädagogik bei der Bewältigung ihrer Ängste unterstützt. Vor Ort können Betroffene zusätzlich den Europäischen Computerführerschein (ECDL) machen. Im vergangenen Jahr wurden 55 Familien auf der Station Sonnenschein betreut. Zusätzlich gibt es einen Forschungsbereich samt Speziallabor, der international anerkannt ist. Derzeit laufen zwei langfristige Forschungsprojekte mit der Thematik „Energieversorgung von Tumorzellen“.

Das mobile Regenbogenteam

Eine wichtige Stütze für betroffene Familien ist seit 2001 das mobile „Regenbogenteam“, bestehend aus einer Kinderärztin, zwei Diplomkrankenschwestern und einer Traumaspezialistin. Das Team kommt zu den betroffenen Familien nach Hause und hilft bei der Betreuung des krebskranken Kindes. Vergangenes Jahr wurden 82 Familien betreut, bei 1.126 Einsätzen wurden 3.230 Stunden geleistet und mehr als 53.000 km zurückgelegt. Neben der Hauskrankenpflege übernimmt das Regenbogenteam auch die palliative Betreuung und Nachbetreuung der Eltern, deren Kinder verstorben sind.

Berufsberatung und -begleitung

Ehemals krebskranke Jugendliche haben aufgrund verschiedenster Spätfolgen durch die Erkrankung oder Therapie oft große Probleme, einen geeigneten Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Im vergangenen Jahr wurden 12 Jugendliche im Rahmen des Projekts betreut.

Die Sonneninsel

Das bis dato größte Projekt der Salzburger Kinderkrebshilfe ist das im vergangenen Herbst eröffnete Nachsorgezentrum Sonneninsel in Seekirchen am Wallersee. In dem barrierefreien Bau können an Krebs erkrankte Kinder, Jugendliche, deren Geschwister und Eltern Angebote wie etwa die Nachsorgecamps der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe, Familienerholung und Trauerseminare, in Anspruch nehmen. Die Nachsorgecamps der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe sind intensiv-therapeutisch und finden vor allem in den Sommermonaten statt. Die Familienerholung, bei der sich Familien nach den anstrengenden Krebstherapien auf der Sonneninsel erholen und Abstand zur Erkrankung gewinnen können, wird ganzjährig und kostenlos angeboten. Hier stehen den Familien zusätzlich auch verschiedenste therapeutische Angebote zur Verfügung. Familien, die ein Kind durch eine Krebserkrankung verlieren mussten, haben die Möglichkeit an kostenlosen Trauerseminaren auf der Sonneninsel teilzunehmen.

„Unsere Projekte konnten wir nur mit Hilfe zahlreicher engagierter Menschen umsetzen. Ich bedanke mich besonders bei unseren Mitgliedern und Helfern, die für uns ehrenamtlich arbeiten und immer mit vollem Engagement dabei sind. Ebenso sind die vielen Spender und Unterstützer tragende Säulen, die es uns erlauben, bestmöglich für die Kinder und Familien da zu sein“, bedankt sich Heide Janik anlässlich des 12. Internationalen Kinderkrebstages für die Unterstützung.

Über den Internationalen Kinderkrebstag:

Der Internationale Kinderkrebstag wurde im Jahr 2002 von der International Confederation of Childhood Cancer Parent Organisations (ICCCPO) ins Leben gerufen. Die ICCPO ist eine internationale Interessensvertretung von nationalen Kinder-Krebs-Organisationen. An jedem 15. Februar im Jahr wird seitdem weltweit an die Krankheit erinnert.

Links:
www.kinderkrebshilfe.com
www.sonneninsel.at

Rückfragehinweis: Holger Dominik Steinbichler, Salzburger Kinderkrebshilfe, Tel.: 0662/431917, www.kinderkrebshilfe.com, office@kinderkrebshilfe.com
Besuchen Sie uns auch auf Facebook: www.facebook.com/Salzburger.Kinderkrebshilfe

Presseaussendung der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe

Mut zur Umsetzung – das österreichische Motto des diesjährigen Kinderkrebstages  
 
Weltweit erkranken jedes Jahr rund 160.000 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. In Österreich sind es jährlich etwa 250 Kinder und Jugendliche. Acht von zehn Kindern haben, Dank der medizinischen Versorgung, eine reale Chance zu überleben. Doch die Krankheit hinterlässt tiefe Spuren bei den Betroffenen – seelisch und körperlich. Oft sind die jungen PatientInnen noch Jahre später mit den Folgen ihrer Krebserkrankung konfrontiert. Einige könnten, durch entsprechende Nachsorge in Rehabilitationseinrichtungen, vermieden werden. Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar, wollen die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe und die Initiative Kinder- und Jugendrehabilitation einmal mehr darauf hinweisen und zur mutigen Umsetzung aufrufen.

Wien, 11. Februar 2014. In Österreich erkranken jährlich rund 250 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Aktuell befinden sich in Österreich 500 Kinder in Therapien. 80% haben auf Grund der medizinischen Versorgung eine reale Chance zu überleben. Krebs bedeutet für Kinder und Jugendliche aber nicht nur Lebensgefahr, die intensiven und langwierigen Behandlungen hinterlassen auch tiefe Spuren, sowohl bei den Kindern, als auch bei ihren Angehörigen. Mehr als 30 Prozent der Eltern und Geschwister leiden an somatischen und psychosomatischen Symptomen. Neuen Lebensmut zu gewinnen und mit etwaigen körperlichen Einschränkungen leben zu lernen, ist für die jungen PatientInnen und ihre Familien besonders wichtig, um zur Normalität und in den Schul- bzw. Berufsalltag zurückzufinden.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass schwere Krankheiten, wie Krebs, im Kindes- und Jugendalter Auswirkungen auf die spätere Lebensqualität und die berufliche Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter haben. Den Gesundheitszustand der jungen Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern, ihre Schul- bzw. Ausbildungsfähigkeit zu fördern und somit die spätere Erwerbsfähigkeit zu sichern, sollte daher nicht nur im Interesse der Betroffenen liegen, sondern auch Anliegen der politischen EntscheidungsträgerInnen sein“, so Anita Kienesberger, Geschäftsführerin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe.
 
In Deutschland bieten deshalb Rehabilitationskliniken, wie beispielsweise die Katharinenhöhe in Bayern, Kindern und ihren Familien bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit zur gesundheitlichen und psychosozialen Rehabilitation. Die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich dabei grundlegend von der im Erwachsenenbereich. Denn neben der medizinischen Nachsorge spielt auch die persönliche Entwicklung der jungen Patienten im Kontext von Familie und Umfeld eine wesentliche Rolle.

In Österreich finden derzeit Kinder und Jugendliche, die länger als sechs Monate an gesundheitlichen Problemen leiden, nur in manchen Spitälern oder Reha-Einrichtungen, die vorwiegend Erwachsene betreuen, Unterstützung zur Rehabilitation. Einrichtungen mit pädagogischer und psychologischer Begleitung, wie sie in Deutschland längst etabliert sind, gibt es jedoch nicht. Österreichische Kinder und Jugendliche müssen im Moment nach einer Krebserkrankung oder Stammzellentransplantation für ihren Reha-Aufenthalt bis nach Deutschland reisen. Das bedeutet für die Familien nicht nur einen großen zeitlichen Aufwand, sondern auch finanzielle Belastungen. Unterstützt werden Betroffene von der Kinder-Krebs-Hilfe und von der Initiative Kinder- und Jugendrehabilitation, die 2009 ins Leben gerufen wurde.

Den Anspruch auf Rehabilitation von schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern und Geschwistern zu sichern, ist Ziel der einzigartigen Initiative und seit 2013 auch Teil des Österreichischen Regierungsprogramms. Der nicht im Gesetz verankerte Rehabilitationsanspruch für Kinder und Jugendliche sowie die Finanzierung der notwendigen Reha-Einrichtungen und der Reha- Behandlungen sind noch immer ungelöste Probleme. Hier streiten Bund, Länder und Sozialversicherungen seit Jahren ohne zielführendes Ergebnis. Derzeit gibt es in Österreich 7.500 Reha-Betten für Erwachsene, der Gesamtbedarf an Kinder Rehabilitationsplätzen liegt bei 450 Betten. Rund 70 werden von krebskranken Kindern und deren Angehörigen benötigt. Da die Rehabilitation von an Krebs erkrankten Kindern besondere Expertise und Qualitätskriterien erfordert, wurde bereits ein Konzept für eine onkologische Rehaklinik in St. Veit/Pongau (Salzburg) erstellt, das jederzeit umgesetzt werden kann. Sozialversicherungsanstalten und Politiker sind sich zwar endlich über die Notwendigkeit dieser medizinischen Einrichtungen einig, jedoch nicht über die Aufteilung der Kosten.

„Mut zur Umsetzung!“ fordert Markus Wieser, Gründer der „Initiative Kinderreha. „Die Finanzierung der Hypo Alpe Adria kostet in nur drei Tagen das, was die Kinder- und Jugendrehabilitation in einem ganzen Jahr in vollem Umfang kosten würde. Die Politik muss endlich zeigen, dass sie kranke Kinder und ihre Angehörigen nicht mit ihren Sorgen und Nöten alleine lässt. Die Diagnose Krebs ist für Kinder und ihre Familien bereits eine unvorstellbare Katastrophe, das Zuständigkeitsproblem soll und darf die Betroffenen nicht noch zusätzlich belasten!“

Weitere Information erhalten Sie unter:

www.initiative-kinderreha.at
www.kinderkrebshilfe.at
www.elterninitiative.at
www.katharinenhoehe.de

Pressekontakt:
Andrea Braunsdorfer, MAS
redenswert e.U.
braunsdorfer@redenswert.at
Mobil: +43 650 26 07 582

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