Salzburger Kinderkrebshilfe

Claudia und Isabella erzählen ihre Geschichte

Von Anfang an für einen da!

Die Salzburger Kinderkrebshilfe war von Anfang an immer für uns da, als Isabella 2006 an Knochenkrebs erkrankte. Ich glaube nicht, dass es Mütter gibt, die noch Zeit haben nebenbei arbeiten zu gehen, wenn das Kind ums Leben kämpft. Das ist für die Familien eine große finanzielle Einbuße, weil ein ganzes Gehalt wegfällt. Der finanzielle Aspekt ist also ein großer, aber die Salzburger Kinderkrebshilfe war von Anfang an auch mit Rat und Tat dabei. Zum Beispiel wurde uns empfohlen, dass wir eine erhöhte Familienbeihilfe oder Rezeptgebührenbefreiung beantragen.

 

Das große Hobby Hunde!

Die größte Leidenschaft meiner Tochter sind Hunde. Während der Zeit im Krankenhaus war Isabella immer sehr traurig, weil sie ihre Hunde nicht sehen konnte. Die Mitarbeiter der Kinderkrebshilfe haben sich auch hier etwas einfallen lassen. Die damalige Kunsttherapeutin, Elisabeth Wagner, hat aus Draht und Pappmasche gemeinsam mit Isabella einen Schäferhund gebastelt. Ein Tag für die Kinder wird im Krankenhaus sehr lange. Man kann oft nichts machen außer im Bett zu liegen, dann ist das sehr erfreulich für die Kinder, wenn jemand kommt zum Basteln oder Singen. Dabei sind die Mitarbeiter der Kinderkrebshilfe immer positiv und herzlich. Der Tag wurde durch sie für die Kinder verschönert. Alle freuten sich immer, wenn sie kamen.

Anm.: Später wurde auch gemeinsam von der Hundeschule Kuchl und dem SVÖ Hallein-Rehhof ein Hundeturnier zugunsten der Salzburger Kinderkrebshilfe veranstaltet, bei dem phantastische 6.166 € zusammen kamen. Vielen Dank!

 

Nachhilfelehrer!

Isabella ging damals ins Gymnasium. Damit sie nicht zu viel vom Stoff verlor, organisierte die Salzburger Kinderkrebshilfe Nachhilfelehrer. Diese kamen oft an Tagen, an denen es Isabella gut ging, um sie vor allem in den Hauptfächern auf dem Laufenden zu halten. Das hat sehr geholfen, denn sie ist zwei Jahre in der Schule komplett ausgefallen und musste vor dem Wiedereinstieg eine Befähigungsprüfung absolvieren. Diese konnte sie super meistern und dann das Gymnasium erfolgreich abschließen.

 

Regenbogenteam!

Die Kinder sind oft sehr lange im Krankenhaus. Wenn dazwischen ein paar Tage sind, an denen sie daheim sein dürfen, dann ist das ein riesengroßer Vorteil, wenn der mobile Dienst nachhause kommt, sodass man nicht für jede Kontrolle ins Krankenhaus fahren muss. Das war für uns eines der wichtigsten Angebote der Salzburger Kinderkrebshilfe, weil Isabella so froh war um die Tage daheim. Auch wurde uns Eltern erklärt, dass es total wichtig ist, dass die Kinder nie über die anfallenden Untersuchungen, Medikamente, Schmerzen etc. angelogen werden, sonst verlieren sie das Vertrauen. Von großer Bedeutung war für uns auch, dass mit so viel Elan und Herzlichkeit gearbeitet wurde.

 

Nach einem halben Jahr kam es wieder...

Nach zwei Jahren war Isabella mit der Chemo fertig. Ihr musste auch das Wadenbein entfernt werden. Nach der Behandlung hatten wir ein halbes Jahr Ruhe, danach kam es leider wieder. Für uns alle ist die Welt zusammen gebrochen. Es war uns klar, dass eine Hochdosis-Chemotherapie gemacht werden musste. Für diese musste Isabella nach Wien ins Sankt Anna Kinderspital. Da geht es einem noch viel schlechter, wie bei einer „normalen Chemo“. Doch sogar nach Wien ist Ilse (Regebogenteam) gekommen und hat Isabella besucht. Sie hat sich so darüber gefreut.

 

Freundschaften!

Es entstehen Freundschaften zwischen den Mitarbeitern der Kinderkrebshilfe und den Kindern und Eltern. Die Mitarbeiter sind alle so liebe Leute, die aber nicht nur mit einem „mitjammern“, sondern für eine gute, positive Stimmung sorgen. Und das hört auch nicht im Spital auf. Ilse hat immer wieder nachgefragt, wie es Isabella geht, auch als sie schon lange aus dem Krankenhaus war. Oft ist es für die Kinder leichter mit Außenstehenden reden zu können, als mit der Mama oder dem Papa, weil man die Familienmitglieder nicht zusätzlich belasten will. Isabella war sehr froh, dass sie dafür das Team der Kinderkrebshilfe hatte.

 

Spätfolgen...

Isabella hat einige Folgeerscheinungen von der Erkrankung und der Therapie. Sie hat Rheuma, oft Schmerzen im Kreuz und in der Hüfte und sie ist oft müde. Außerdem hat sie durch die Chemotherapie schlechte Zähne und muss oft zum Zahnarzt. Die Salzburger Kinderkrebshilfe ist auch hier für einen da, das hört nicht mit der Entlassung aus dem Spital auf.

 

Geschwister leiden!

Isabella hat einen kleineren Bruder. Er war damals neun Jahre alt. Geschwisterkinder machen sehr viel mit. Man hat nicht mehr so viel Zeit für sie. Alles dreht sich nur mehr um das erkrankte Kind. Für einen neunjährigen Jungen ist das schwer zu verstehen: „Warum ist die Mama so wenig daheim?“ Geschwistercamps helfen da sehr. Daniel hat auch an einem teilgenommen, das war sehr cool. Die Geschwisterkinder leiden auch. „Jeder fragt immer nur: wie geht es Isabella? Aber keiner fragt: Wie geht es Daniel?“ Da macht man sich schon Vorwürfe. Ich habe ihm dann erklärt, dass die Leute das aber nicht böse meinen, wenn sie zuerst nach Isabella fragen. Ich konnte auch nicht beim Schulanfang in der Hauptschule dabei sein, weil wir in Wien bei der Hochdosis-Chemotherapie waren. Meine Schwägerin musste einspringen. Zum Glück unterstützte uns unsere Familie, das fängt einen auf.

 

Die Mithilfe und das Verständnis der Arbeitgeber ist enorm wichtig!

Auf der Station habe ich mitbekommen, dass es auch Betroffene gab, bei denen keine so gute Unterstützung seitens der Familie da war. Bei manchen kam zu der Krankengeschichte noch die Belastung dazu: „Wie bezahle ich nächsten Monat meine Miete?“ Da ist die Unterstützung der Salzburger Kinderkrebshilfe wirklich ein Wahnsinn. Sehr wichtig ist hier auch das Verständnis und die Mithilfe des Arbeitgebers. Das war bei mir zum Glück da und so konnte ich weiterhin, zwar mit geringerer Stundenzahl, angestellt bleiben.

 

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht!

Isabella ist jetzt 23 und sie hat immer noch ihre Hunde, ihre Leidenschaft. Sie betreibt seit November 2016 eine Physiopraxis für Hunde in Bad Reichenhall. So wie es für Menschen Physiotherapie gibt, gibt es diese auch für Hunde, z. B. nach Operationen oder für Sporthunde. Isabella kämpft zwar immer noch mit Spätfolgen, aber sie hat ihr Leben fest im Griff und die Hunde sind wie immer ein großer Ansporn für sie. Der erste Weg aus dem Krankenhaus war immer zum Hundeplatz. Das war immer schon ihr Leben.

Wir wünschen Isabella ganz viel Glück und Erfolg mit ihrer Dogs Reha. Nähere Informationen finden sie auf der Webseite www.dogs-reha.at.

 

„Das ist schon ein cooler Verein... das muss ich echt sagen“

Weiter so! Unglaublich, was die Salzburger Kinderkrebshilfe leistet. Ich wünsche ihnen zum 30-jährigen Jubiläum und für die Zukunft, dass sie weiterhin viele Spenden erhalten und somit weiterhin so sensationelle Arbeit leisten können und dass sie immer so entzückende und engagierte Mitarbeiter haben. Sie alle machen das ganz großartig.

Vielen lieben Dank für die herzlichen Worte und das ehrliche und charmante Gespräch, Claudia! Die Salzburger Kinderkrebshilfe wünscht Isabella und der gesamten Familie viel Glück, Gesundheit und Erfolg für die Zukunft.

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