Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, erkrankt die ganze Familie mit. Die Behandlung übernimmt die Klinik. Alles andere — das Geld, die Fahrten, die Geschwister, die Nächte, der Alltag danach — bleibt bei euch. Genau dort setzen wir an.
Auf dieser Seite steht, was in den einzelnen Phasen auf eine Familie zukommt und wer dann zuständig ist. Nicht als Aufzählung unserer Angebote, sondern in der Reihenfolge, in der Familien es erleben.
Die ersten Tage
Wen rufen wir an?
Uns — und in der Regel musst du das nicht einmal selbst tun. Wir sind Partner der Salzburger Landeskliniken auf der Kinderonkologie, der Station Sonnenschein, und deshalb von der ersten Sekunde an vor Ort. Der erste Kontakt entsteht dort, noch bevor irgendetwas geregelt ist. Du kannst uns natürlich auch jederzeit selbst anrufen.
Im ersten Gespräch geht es nicht um Formulare. Es geht darum, was gerade am dringendsten drückt. Oft ist das Geld, manchmal die Frage, wer sich um die Geschwister kümmert, manchmal einfach jemand, der zuhört und den Weg kennt.
Wir begleiten Familien aus ganz Salzburg — Stadt, Flachgau, Tennengau, Pongau, Pinzgau und Lungau — und aus den angrenzenden Regionen: Vöcklabruck, Braunau am Inn, Murau, das Berchtesgadener Land, den Landkreis Traunstein und den Bezirk Kufstein.
Medizinische Fragen beantwortet immer das Behandlungsteam. Wir sind für alles daneben da — und dafür braucht es keine Überweisung und keinen Antrag, nur ein Gespräch.
Wenn das Einkommen wegbricht
Wie kommen wir finanziell über die Zeit?
Das ist die Frage, die am schnellsten drängt — und die am wenigsten öffentlich besprochen wird. Ein Elternteil bleibt beim Kind. Also fällt ein Einkommen weg oder wird stark reduziert, während gleichzeitig neue Kosten entstehen: Rezeptgebühren, Selbstbehalte, Fahrten in die Klinik, oft täglich.
Wer Pflegefreistellung oder Hospizkarenz nimmt, verliert Einkommen, das der Staat nicht ersetzt. Genau dort setzen wir an — mit Rezeptgebühren, teilweisen Fahrtkostenersätzen, Selbstbehalten, Unterstützung beim Wegfall von Einkommen, Ausgleichszahlungen und, wo nichts davon passt, mit individuellen Finanzierungen. Unbürokratisch, vertraulich und direkt — ohne dass eine Familie ihre Lage vor einem Gremium ausbreiten muss.
Hinter jeder Unterstützung steht ein Gespräch, keine Formel. Im Durchschnitt erhält eine betroffene Familie rund 2.000 Euro Direkthilfe pro Jahr — je nach Situation deutlich mehr oder weniger. Wir prüfen jeden Fall einzeln und entscheiden schnell, weil Verzögerung hier den Schaden vergrößert.
- 1Erstgespräch und EinverständniserklärungVoraussetzung für die finanzielle Unterstützung ist, dass die Betreuung über die Salzburger Kinderkrebshilfe läuft. Dafür gibt es eine Einverständniserklärung, die wir beim Erstgespräch gemeinsam mit der Familie durchgehen — individuell, nicht als Formularstapel.
- 2Soforthilfe von 1.000 EuroDanach fließt ohne weitere Prüfung eine Soforthilfe von 1.000 Euro. Sie deckt die ersten Kosten ab — die Fahrten, die Rezeptgebühren, das, was in den ersten Tagen anfällt — und überbrückt die Zeit, bis die laufende Refundierung greift.
- 3Eigener Zugang zum EinreichenDie Eltern bekommen einen eigenen, geschützten Zugang. Dort laden sie Rezeptgebühren, Rechnungen und andere Belege hoch und stellen ihre Anträge — vom Handy aus, ohne Termin, ohne Kuvert, ohne Wartezimmer.
- 4Refundierung meist binnen 24 StundenWir bearbeiten die Einreichungen so schnell wie möglich; in der Regel ist das Geld binnen 24 Stunden unterwegs. Denn eine Rechnung, die drei Wochen liegt, ist für eine Familie in dieser Lage ein zweites Problem.
Du musst nicht warten, bis es nicht mehr geht. Je früher wir von einer Belastung wissen, desto einfacher lässt sie sich abfedern.
Finanzielle Unterstützung im Detail →
Im Krankenhaus
Was erwartet unser Kind auf der Station?
Behandelt wird auf der Station Sonnenschein, der kinderonkologischen Station in Salzburg. Wir haben sie 1994 gemeinsam mit dem Land Salzburg gegründet, damit Kinder wohnortnah behandelt werden können und Familien nicht zusätzlich hunderte Kilometer pendeln müssen.
Dort passiert mehr als Medizin. Speziell ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten sind von der ersten Stunde an dabei: Musiktherapie, Mal-, Kunst- und Kreativtherapie, Bewegungspädagogik. Das klingt nach Beiwerk und ist es nicht — beim Malen drücken Kinder aus, wofür ihnen die Worte fehlen, und ein Lied nur für dieses eine Kind schafft mitten in der Behandlung einen Moment, in dem es einfach Kind sein darf.
Diese Therapien werden nicht von der Krankenkasse getragen. Sie existieren, weil sie gespendet werden.
Station Sonnenschein im Detail →
Wieder zu Hause
Wer hilft weiter, wenn wir entlassen werden?
Es gibt kaum ein größeres Glück, als nach Wochen in der Klinik wieder im eigenen Bett aufzuwachen. Damit das früher und sicher möglich ist, kommt das Regenbogenteam: unsere mobile Hauskrankenpflege, seit 2001 im Einsatz, mit rund 500 Pflegeeinsätzen im Jahr.
Das Team bringt Pflege auf Klinikniveau in die eigenen vier Wände — und es hat nicht nur das kranke Kind im Blick, sondern auch die Geschwister und die Eltern. Denn zu Hause wird sichtbar, was in der Klinik untergeht: dass ein Geschwisterkind seit Monaten zurücksteckt, dass niemand mehr durchschläft, dass die Eltern selbst am Ende sind.
Das Regenbogenteam bleibt an der Seite der Familie. Auch dann, wenn ein Kind nicht gesund wird.
Regenbogenteam im Detail →
Zur Ruhe kommen
Wann darf die Familie wieder Familie sein?
Nach Monaten voller Angst, Klinikflure und schlafloser Nächte braucht eine Familie einen Ort, an dem sie nichts leisten muss. Dafür gibt es die Sonneninsel — Österreichs einzigartiges Nachsorgezentrum, in dem die ganze Familie gemeinsam aufatmet, nicht nur das erkrankte Kind.
Familien kommen während oder nach der Behandlung, flexibel nach ihrem Bedarf, mit Übernachtung und Vollverpflegung. Die Angebote heißen Familienerholung (zwei bis einundzwanzig Tage), Familienerholung mit Schulbegleitung — vormittags Unterricht in den prüfungsrelevanten Fächern, damit der Anschluss nicht verloren geht — und Familienzeit, ein Camp für die ganze Familie. Für verwaiste Eltern und Geschwister gibt es das Wochenende für trauernde Familien.
Auch die Kinder und Jugendlichen haben eigene Formate: die Insel-Camps für neun- bis vierzehnjährige und für vierzehn- bis siebzehnjährige, ausdrücklich auch für Geschwisterkinder, und das Get together ab vierzehn. Für Eltern und Großeltern gibt es den Selbstfürsorge-Workshop — denn wer monatelang trägt, braucht selbst einmal etwas.
Und es gibt etwas, das sich nicht organisieren lässt: andere Familien, die dasselbe erlebt haben. Viele sagen, das sei das Wertvollste gewesen.
Für die Familien, die wir betreuen, finanzieren wir diese Aufenthalte. Die Sonneninsel steht darüber hinaus auch anderen Familien offen — dann über andere Träger oder aus den eigenen Spendeneinnahmen der Sonneninsel.
Sonneninsel im Detail →
Die Zeit danach
Ist mit der letzten Therapie alles gut?
Nein — und das ist eine der am meisten unterschätzten Phasen. Wenn der Alltag zurückkehrt, erwartet das Umfeld, dass jetzt Erleichterung einsetzt. Stattdessen kommen Angst vor Kontrollterminen, Erschöpfung, schulische Lücken, das Gefühl, mit niemandem darüber reden zu können.
Wir begleiten weiter: mit Gesprächen, Orientierung und verlässlichen Ansprechpartnern, Schritt für Schritt zurück in ein normales Leben. Und wir bleiben auch dann noch da, wenn die Behandlung längst Geschichte ist — junge Menschen, die als Kind erkrankt waren, tragen diese Erfahrung ihr Leben lang mit.
Über den eigenen Fall hinaus
Wird daran geforscht, dass es besser wird?
Ja, und zwar hier. Mit der Station Sonnenschein entstand 1994 auch unser eigenes Forschungslabor. Jedes Kind, das heute geheilt wird, verdankt sein Leben auch der Forschung von gestern.
Ein Schwerpunkt: Krebszellen haben einen unstillbaren Hunger auf Zucker. Wir untersuchen, ob blutzuckersenkende Ernährung und Medikamente die herkömmliche Therapie unterstützen können. Anwendungsorientiert — es geht um Behandlungen, die bei Kindern ankommen, nicht um Grundlagenforschung ohne Adresse.
Labor & Forschung im Detail →
Warum das alles möglich ist
Wer bezahlt diese Hilfe?
Menschen, die sich dafür entscheiden. Wir erhalten keine Staatszuschüsse — der Verein finanziert sich zu 100 Prozent aus Spenden. Jede Therapiestunde, jeder Pflegeeinsatz, jede Direkthilfe steht und fällt mit dieser Entscheidung.
Für betroffene Familien heißt das: Die Hilfe ist für sie kostenlos, und sie müssen sich nicht dafür rechtfertigen. Für alle anderen heißt es: Es gibt keinen Automatismus im Hintergrund, der einspringt.
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Betrifft das gerade deine Familie?
Dann ruf uns an. Es braucht keine Vorbereitung, keinen Antrag und keinen guten Zeitpunkt — ein Gespräch genügt, und wir klären gemeinsam, was zuerst dran ist.