Geschichte des Tages
„Ich heiße Lena, ich bin sechs – und ich wollte doch nur endlich in die Schule.“
KI-generiertes BildLena, 6
Bezirk Vöcklabruck · Leukämie (ALL)
„Ich heiße Lena, ich bin sechs – und ich wollte doch nur endlich in die Schule.“
Lena hatte ihre Schultüte längst ausgesucht, als die Ärzte ein Wort sagten, das niemand in der Familie kannte. Statt in die erste Klasse ging es in die Kinderonkologie.
Für Lena aus dem Bezirk Vöcklabruck begann alles mit müden Beinen und blauen Flecken, die einfach nicht weggehen wollten. Ein Kindergartentag, an dem sie nicht mehr aufstehen mochte, wurde zum Tag, der alles teilte: in ein Davor und ein Danach. Die Diagnose akute lymphatische Leukämie traf eine junge Familie mitten im Aufbau des eigenen Lebens – gerade erst der neue Job, gerade erst die erste eigene Wohnung.
Lenas Alltag bestand plötzlich aus Zahlen: Blutwerte, Medikamentenpläne, die Tage bis zur nächsten Chemo. Zwischen Infusionen malte sie Regenbögen ans Fenster ihres Klinikzimmers und zählte, wie oft sie ihre Schultüte noch anschauen konnte. An guten Tagen durfte sie im Gang mit dem Infusionsständer „spazieren gehen“ – ihr kleiner Sieg über einen Tag, der ihr so vieles nahm.
Als die Chemotherapie allein nicht mehr reichte, brauchte Lena eine Stammzelltransplantation – möglich nur in Wien. Ihre Mama zog für Wochen mit ihr in die fremde Stadt, in ein winziges Elternzimmer. Zuhause blieb der kleine Bruder Tobias bei den Großeltern und lernte viel zu früh, keine Umstände zu machen. Er sammelte jeden Tag ein Bild für seine große Schwester, damit sie wusste: Da ist jemand, der wartet.
Papa nahm Pflegekarenz, um da zu sein – und plötzlich fehlte ein ganzes Gehalt, während die Fahrten nach Wien, die Selbstbehalte und die Übernachtungen immer teurer wurden. Genau hier war die Salzburger Kinderkrebshilfe da: Sie übernahm Fahrt- und Unterkunftskosten und glich den Verdienstausfall aus, damit Lenas Eltern bei ihr bleiben konnten, statt an Rechnungen zu denken.
Nach der Rückkehr betreute das Regenbogenteam Lena zuhause weiter – mit Pflege, die nach Hause kommt. Und auf der Sonneninsel durfte die ganze Familie, auch Tobias, endlich wieder gemeinsam aufatmen. Heute trägt Lena ihre Schultüte durchs Klassenzimmer. Ein Jahr später als geplant – aber sie trägt sie.
Als Verein erzählen wir stellvertretend, was Familien in Salzburg und den Nachbarregionen täglich erleben. Namen und Details sind geändert – die Erfahrungen sind echt.
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